Elektro-Auto – NEIN DANKE?

Es fällt schwer, den Hype um E-Mobilität nachzuvollziehen. Zu viele Fragen sind nicht beantwortet.

Woher kommt der Strom zum Aufladen der benötigten Akkus?
Sind Akkus wirklich die Lösung? Wie effizient arbeitet E-Mobilität?
Wohin mit ausgedienten Akkus? Sondermüll?
Wie sicher sind solche Autos? Was passiert beim Crash?

Fossile Brennstoffe zum Antrieb von Autos sind problematisch. Ja, sicher. Aber wenn der Strom zum Aufladen der Akkus für Elektrofahrzeuge aus Kohlekraftwerken oder gar Atomkraftwerken kommt, ist nichts gewonnen. Es müsste also sichergestellt werden, dass der Strom für E-Mobile zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien kommt.

Akkus sind empfindliche Gebilde. Sie mögen weder Hitze, noch Kälte – beides beim Auto nicht auszuschließen. Schnelle Entladung und schnelle Aufladung verkürzen die Lebensdauer erheblich – beides passiert bei der Nutzung eines Autos. Es sei denn, die Nutzer*innen gönnen dem Akku und sich selbst immer mehrere Stunden Zeit zum Aufladen.

In Relation sieht das folgendermaßen aus: Wenn der Akku Schnellaufladen (z.B. halbe Stunde an der Ladesäule) ein paar hundert Zyklen mitmacht, so gelingt das mit langsam Aufladen (acht Stunden zu Hause) etwa 3000 mal.

Die Kosten des Akkus sind beachtenswert. Nach einer aktuellen McKinsey-Studie wird der Neupreis in 2025 bei 130 €/kWh liegen. Eine andere Studie von Bloomberg New Energy Finance, sieht ein Niveau um 160 €/kWh in 2025.
Eine 17 kWh Batterie für einen Kleinwagen und 130 €/kWh kostet da 2210 Euro.
Der Tesla hat einen Akku mit 90 kWh – 11.700 Euro in 2025!

Effizienz ist das Stichwort für schonenden Umgang mit Ressourcen. Verfolgen wir den Weg des Stroms vom Energieerzeuger bis zum Auto-Akku, folgt die Ernüchterung auf dem Fuß. Denn bis der erzeugte Strom den Ort seiner Entstehung verlässt, sind bereits einige kWh verbraucht und der Wirkungsgrad bei einem Kohlekraftwerk beträgt nur noch 33%. Auf dem Weg bis zur Steckdose gehen weitere  kWh verloren (bei 110 KV-Leitungen beträgt der Leitungsverlust pro 100 km 6%). Der Ladevorgang selbst beansprucht auch Strom. Von 100% bzw. einer „Einheit“ erzeugtem Strom stehen also etwa 25% für den Betrieb des E-Autos zur Verfügung. Noch nicht ganz, denn auch der Akku selbst verbraucht Energie. Für die benötigte Anzahl an kWh zum reinen Betrieb eines E-Autos muss also ein Vielfaches an Strom erzeugt werden.

Die Reichweite von E-Autos bzw. ihren Akkus liegt derzeit zwischen 70 und 130 Kilometer. Je ökonomischer die Fahrweise, desto weiter. Ökonomisch bedeutet hierbei langsames Fahren ohne Nutzung von Heizung und Klimaanlage und möglichst wenig Scheibenwischertätigkeit.

Nun könnte ja die Kapazität der Akkus vergrößert werden. Ist aber auch keine echte Lösung, denn je mehr Energie geladen wird, desto schwerer wird der Akku. Je schwerer das Auto, desto höher der Verbrauch.

Die Lebensdauer eines Akkus hängt von verschiedenen Faktoren ab. Oben sind bereits einige genannt. Für ein E-Auto uninteressant wird ein Akku, wenn seine Ladekapazität nachlässt. Das beginnt quasi mit der ersten Nutzung. In der Regel werden die Akkus ausgetauscht, wenn die Ladekapazität bei nur noch 80 % liegt.
Ein Auto mit einer durchschnittlichen Reichweite von 100 km also nur noch 80 km weit fährt.

Recycling ist nun das große Stichwort. Allerdings gibt es bislang keine tragfähigen Konzepte zur sinnvollen Weiternutzung. Siehe auch hier.
Und das Recycling oder gar die Entsorgung eines Akkus mit 80% Restkapazität kann nicht als ökologisch bezeichnet werden.

Was passiert bei einem Unfall? Wenn ein Akku stark komprimiert wird, kann er bersten. Von Funkenschlag und Brand, Explosion oder Entstehung eines Lichtbogens ist da vieles denkbar. Wahrscheinlich wird sehr viel Energie freigesetzt. Mehr als ein Mensch, der sich im Fahrzeug befindet, vertragen kann.
Der worst case muss nicht eintreten. Dennoch sind Rettungsdienste wie Feuerwehren sensibilisiert. Die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg hat hierzu ein extra Faltblatt „Einsatzhinweise für Elektrofahrzeuge“ heraus gebracht.

Sorry, an all die Begeisterten für E-Mobilität: Ich kann diesen Enthusiasmus nicht teilen, denn mir erscheint diese Technologie nicht wirklich nachhaltig. Wie 1900 bei Ferdinand Porsche, hängt das E-Auto auch heute noch am Akku. Vielleicht doch mehr in die Forschung und Entwicklung der Brennstoffzelle investieren?