Schlagwort-Archiv: Barrierefreiheit

Der „Tag der Sehbehinderten“ wurde 1998 vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ausgerufen, um die Öffentlichkeit auf die Bedürfnisse sehbehinderter Menschen aufmerksam zu machen. Verschiedene Vereine und Bündnisse nutzen diesen Tag für Aktionen, die jährlich einen anderen Schwerpunkt haben. Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle bleiben, dass der DBSV kürzlich eine umfassende und sehr kritische Stellungnahme zum aktuell umstrittenen Entwurf des Bundesteilhabegesetzes abgegeben hat. Zu diesem – nach der langen Vorarbeit außerordentlich enttäuschendem – Ergebnis an anderer Stelle mehr.

In diesem Jahr befassen sich alle Aktionen mit dem Thema „Kontraste“. Kontraste sind für die Orientierung sehbehinderter Menschen von zentraler Bedeutung und ihre Berücksichtigung essentieller Baustein für Barrierefreiheit, Mobilität und Selbständigkeit der sehbeeinträchtigten Menschen.

Häufig wird bei der Gestaltung öffentlicher Gebäude noch zu selten auf Kontraste geachtet – dies erschwert das Auffinden von Stufen, Handläufen, Lichtschaltern oder Türen erheblich. Die bereits vorhandenen Vorschriften zur Gestaltung von Kontrasten werden in der Praxis leider (noch) viel zu selten angewandt.

Um auf diese Gefahrenquellen hinzuweisen, wirbt der DBSV dafür, den „Tag der Sehbehinderten“ zu nutzen, um öffentlichkeitswirksam Treppenstufen zu markieren. Täglich kommt es zu unzähligen Stürzen auf Treppen, und viele könnten durch entsprechende farbliche Markierungen vermieden werden. Sind Stufenkanten im gleichen Farbton wie die restliche Stufe gestaltet, werden sie von Sehbeeinträchtigten nur schwer erkannt und die Treppe wird zur Gefahr.

Trotz deutlicher Fortschritte in den vergangenen Jahren mangelt es immer noch an einem angemessenen Problembewusstsein der Öffentlichkeit und der Behörden für die besonderen Bedürfnisse sehschwacher Menschen. Nach wie vor werden zahlreiche sehbehinderte Menschen nicht mit den für sie geeigneten Hilfsmitteln und Sehhilfen versorgt. Zum Beispiel durchlaufen sehbehinderte Schülerinnen und Schüler häufig die allgemeinen Schulen ohne angemessene Unterstützung oder wird bei Erwachsenen eher auf Verrentung statt auf Weiterbildung gesetzt. Kommt hinzu, dass in der näheren Umgebung des Wohnumfeldes Betroffener eine entsprechende, gut vernetzte, soziale und optische Betreuung fehlt, dann leidet die Selbständigkeit und damit auch die Lebensqualität der Menschen.

Von einer Sehbehinderung spricht man, wenn eine meist dauerhafte massive Einschränkung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit vorliegt. Ursachen können unterschiedliche organische, funktionelle oder optische Störungen sein. Abhängig von der Ursache der Einschränkung unterscheiden sich Prognose und therapeutische Maßnahmen.

Sehbehinderte haben nicht nur mit Vorurteilen, sondern auch mit zahlreichen Missverständnissen zu kämpfen. Viele Menschen ahnen nicht, dass es Sehbeeinträchtigungen gibt, die nicht korrigiert werden können, und bei denen nicht einmal eine Brille getragen wird. Oftmals stößt das Verhalten Sehbehinderter auf Unverständnis, beispielsweise, wenn ein Mensch mit Tunnelblick, der sich kaum orientieren kann und auf einen Blindenstock angewiesen ist, sich hinsetzt und eine Zeitung liest.

Zudem kann das Sehvermögen auch von der Tagesform der Betroffenen, der Anstrengung, der das Auge bereits ausgesetzt war, oder den Lichtverhältnissen abhängen. Ein Sehbehinderter verhält sich daher nicht immer gleich, was ebenfalls zu Irritationen bei anderen Menschen führen kann.

Der DBSV bietet auf seiner Internetseite viele Informationen rund um die Themen Sehbehinderung und Blindheit. Der im übrigen sehr lesenswerte Bericht einer sehenden Tochter blinder Eltern macht deutlich, welche Vorurteile Sehende gegenüber Blinden haben, aber auch die positiven Seiten, die es hat, Kind blinder Eltern zu sein:   “Was zählt, war nie, was meine Eltern nicht konnten – was zählt, war ihre Persönlichkeit” – die Tochter blinder Eltern erzählt

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Der „Tag der Sehbehinderten“ oder „Sehbehindertentag“ wurde im Jahr 1998 vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ins Leben gerufen, um die Öffentlichkeit für die Probleme von Sehbehinderten zu sensibilisieren. Ein weiteres Ziel ist, auf die speziellen Bedürfnisse sehbehinderter Menschen aufmerksam zu machen. Deshalb hat der jährlich am 6. Juni stattfindende Tag in jedem Jahr ein bestimmtes Schwerpunktthema.

So werden in diesem Jahr in ganz Deutschland Infoveranstaltungen für sehbehinderte und blinde Menschen stattfinden, bei denen sich alles um das Smartphone dreht. In entspannter Atmosphäre sollen Grundlagen in der Bedienung von Smartphones vermittelt werden, dazu gehören Telefonfunktion, Mails, Internet, Kalender sowie ausgewählte  Anwendungen (“Apps”).

Der DBSV nutzt den Sehbehindertentag auch, um auf seine Forderungen aufmerksam zu machen. Eine zentrale Forderung, passend zum diesjährigen Themenschwerpunkt, ist die Einbeziehung der Betroffenengruppen in die weitere Entwicklung von Geräten und Apps. Denn, um Barrierefreiheit zu gewährleisten, gälte auch beim Thema Smartphone die Regel: „Nichts für uns ohne uns“. Smartphones müssten zudem eine Option unter mehreren bleiben – sie dürften weder alle “klassischen” Hilfsmittel noch eine barrierefrei gestaltete Umwelt ersetzen.

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Die Grüne Fraktion im Landtag NRW hat die Homepages aller 396 Kommunen in Nordrhein-Westfalen getestet. Ziel war es, gute Beispiele für Bürgerservice zu finden, damit andere Kommunen davon profitieren können. Wir wollen den digitalen Wandel für alle nutzbar machen.

Gesamtsieger des Tests wurde die Stadt Bonn, die ein beispielhaftes Anliegen-Management für die Bürgerinnen und Bürger bietet, außerdem können in Bonn sehr viele Verwaltungsvorgänge online erlediget werden, und die Stadt stellt aktiv und sehr umfassend Daten zur Verfügung.

Im Vergleich der Kommunen im Kreis Lippe schnitt die Stadt Lemgo mit 26 Punkten am besten ab, gefolgt von den Gemeinden Kalletal und Barntrup. Das Angebot von Lemgo zeichnet sich vor allem durch Übersichtlichkeit und Bedienerfreundlichkeit aus. Als einzige lippische Kommune bietet Lemgo seinen Bewohnerinnen und Bewohnern ein elektronisches Dienstleistungsportal an. So können beispielsweise Parkgebühren per Handy entrichtet oder Zählerstände an die Stadtwerke elektronisch übermittelt werden. Hier könnten noch viel mehr Angebote folgen, aber ein erster wichtiger Schritt ist getan.

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Gestern startete die REHACARE 2013 (Fachmesse und Kongress) in Düsseldorf. Als einzige Fraktion aus dem Landtag sind wir GRÜNE mit einem Infostand vor Ort. Unsere Themenschwerpunkte sind Quartierskonzepte und ein inklusives Gemeinwesen.

Unser Abgeordneter Arif Ünal, gesundheitspolitischer Sprecher, wird am Freitag, 27. September 2013, von 10 bis 14 Uhr an unserem Stand zu Gesprächen bereit stehen. Im Anschluss daran wird die Abgeordnete Manuela Grochowiak-Schmieding, sozialpolitische Sprecherin, von 14 bis 17 Uhr vor Ort sein, am Samstag, 28. September 2013, unsere arbeitsmarktpolitische Sprecherin, die Abgeordnete Martina Maaßen. Unser Stand befindet sich in Halle 03, Stand G50.

Zu unseren Themenschwerpunkten:

Quartierskonzepte: Masterplan „Quartier inklusiv“

Das Altern der Gesellschaft, aber auch der Wunsch älterer und pflegebedürftiger Menschen nach Selbstbestimmung und Teilhabe bei eintretenden Pflege- und Unterstützungsbedarf, stellt Staat und Gesellschaft vor die Herausforderung, den Menschen nah am Wohnort eine Versorgungssicherheit zu bieten. Denn die weit überwiegende Zahl aller Menschen möchte ihr Leben bis ins hohe Alter in der vertrauten Umgebung verbringen.

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