Schlagwort-Archiv: Bildung

Manuela Grochowiak-Schmieding: „Wir müssen für gleichberechtigte Teilhabe bei Bildung und Arbeit sorgen und damit den Menschen die Chance auf ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben geben.“

Bereits zum 6. Mal wird am 20. Februar der „Welttag der sozialen Gerechtigkeit“ begangen.  Um darauf aufmerksam zu machen, dass wir vom Ziel einer sozialen Gerechtigkeit noch weit entfernt sind, wurde dieser Gedenktag 2009 durch die UNO ins Leben gerufen.

Soziale Gerechtigkeit – dazu gehören unter anderem gerechte Einkommensverteilung, kostenfreier Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung sowie Geschlechtergerechtigkeit – ist ein wichtiger Garant für den Zusammenhalt und Frieden in unserer Gesellschaft und zwischen den einzelnen Nationen. Extreme soziale Ungleichheit schädigt das Vertrauen in die Politik und die Demokratie, beeinträchtigt das wirtschaftliche Wachstum, schürt Kriminalität und gewaltsame Konflikte und fördert soziale und gesundheitliche Probleme, wie z. B. psychische Erkrankungen.

Weltweit ist eine Zunahme der sozialen Ungleichheit zu verzeichnen. Etwa 70 % der Weltbevölkerung leben in Ländern, in denen der Abstand zwischen Arm und Reich in den vergangenen Jahren immer größer geworden ist.

Laut neuesten Erkenntnissen der Hilfsorganisation „Oxfam“ besitzen die 85 reichsten Menschen der Erde genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen (ca. 3,5 Milliarden Menschen). Bei gleichbleibender Entwicklung wird schon 2016  nur 1 % der Bevölkerung mehr Vermögen besitzen, als der Rest der Welt zusammengenommen.

Dass die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, zwischen 1999 und 2011 um fast die Hälfte gesunken ist, ist eine erfreuliche Entwicklung. Allerdings können weltweit noch immer 58 Millionen Kinder keine Grundschule besuchen und weiteren 63 Millionen bleibt der Zugang zu Sekundarbildung verwehrt.

Deutschland ist ein wohlhabendes Land und doch kann von sozialer Gerechtigkeit auch in unserem Land keine Rede sein.

  • So ist es zwar jedem Kind grundsätzlich möglich die Schule zu besuchen, aber welche Schulkarriere ein Kind einschlägt, ist immer noch in zu hohem Maße davon abhängig, aus welchem kulturellen oder sozialen Milieu seine Familie stammt.
  • Die 5 reichsten Deutschen besitzen so viel Vermögen wie 40% der  Bevölkerung. Auch die Bürgerinnen und Bürger nehmen diese Ungleichheit wahr – so äußerten in einer Umfrage der AWO (2014) 88 % der Befragten die Meinung, dass die Unterschiede zwischen Arm und Reich in den vergangenen zehn Jahren größer geworden sind.
  • Zur sozialen Ungleichheit tragen ebenfalls die noch immer vorhandenen Geschlechterunterschiede  bei, sehr deutlich zum Beispiel bei der ungleichen Entlohnung von Männern und Frauen, die ein und dieselbe Tätigkeit ausüben. Frauen stellen die überwältigende Mehrheit bei Niedriglohnjobs und in sehr prekären Beschäftigungsbereichen, während Männer an der Spitze der Einkommensskala überrepräsentiert sind.

Laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2014) sind in Deutschland 1,64 Millionen Jungen und Mädchen unter 15 Jahren arm oder von Armut bedroht, weil sie in Familien leben, die auf Hartz IV angewiesen sind. Nicht nur, dass diese Kinder auf vieles verzichten müssen, ihre Lebensverhältnisse wirken sich auch negativ aus auf ihr späteres Erwachsenenleben. Denn Armut wird fast immer an die nächste Generation weitergegeben.

Damit die – tatsächliche und gefühlte – soziale Ungerechtigkeit nicht noch weiter zunimmt und der soziale Friede auch weiterhin gewahrt bleibt, ist noch viel zu tun.

Weltweit müssen die Anstrengungen verstärkt werden, um

  • jedem Kind Zugang zu Bildung - auch nach der Grundschulzeit – zu ermöglichen. Dazu gehört auch die Abschaffung von Schulgebühren; in Uganda konnte so die Einschulungsquote innerhalb eines Jahres um 73 % erhöht werden.
  • eine gute öffentliche Gesundheitsfürsorge bereitzustellen, denn gesund zu sein ist eine Grundvoraussetzung, um arbeiten zu können und Geld zu verdienen.
  • Steuergerechtigkeit herzustellen. Um soziale Leistungen auszubauen benötigen Regierungen finanzielle Mittel, die sie vor allem über Steuereinnahmen erzielen. Insbesondere wohlhabende Bevölkerungsteile und international agierende Konzerne müssen ihren fairen Anteil an der Staatsfinanzierung leisten. Durch Steuervermeidung transnationaler Konzerne entgehen armen Ländern über 100 Mrd US-Dollar pro Jahr – das ist fast so viel wie die jährliche weltweite Entwicklungshilfe (rund 130 Mrd Dollar).

In Deutschland setzen wir Grüne uns ein für

  • Mindestlohn und faire Entlohnung die keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen macht und auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Behinderung vorbehaltlos einbindet
  • Bildungsgerechtigkeit durch längeres gemeinsames Lernen statt frühem Aussortieren
  • eine solidarische Bürgerversicherung als gerechtere Alternative zu der bisher faktisch stattfindenden Zwei-Klassen-Medizin
  • die Verwirklichung  des inklusiven Gedankens in allen Lebensbereichen, um allen Menschen eine Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen

Weiterlesen

Bereits zum 5. Mal wird am 20. Februar der Welttag der sozialen Gerechtigkeit begangen. Er ist im Jahr 2009 von der UNO ins Leben gerufen worden, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir vom Ziel einer sozialen Gerechtigkeit noch weit entfernt sind.

Soziale Gerechtigkeit, als Oberbegriff für gerechte Einkommensverteilung und Bildungszugang, soziale Gleichheit und Generationengerechtigkeit, ist ein wichtiger Garant für Frieden zwischen einzelnen Nationen.

Weltweit stehen einer sozialen Gerechtigkeit große Herausforderungen gegenüber, wie Armut, Ausgrenzung, Ungleichheiten oder mangelnde Teilhabe.

Auch die Gleichstellung der Geschlechter und der Zugang aller Menschen zu gesellschaftlichem Wohlstand müssen enorm verstärkt werden, um das Ziel soziale Gerechtigkeit zu erreichen.

Auch in Deutschland – einem wohlhabenden Land – kann von sozialer Gerechtigkeit keine Rede sein.

Weiterlesen

„In der heutigen Plenardebatte haben die Abgeordneten von CDU und FDP deutlich gemacht, dass sie die gemeinsame Beschulung von Kindern mit oder ohne Beeinträchtigung nicht wollen. Sie übersehen dabei, dass die gleichberechtigte Teilhabe am allgemeinen gesellschaftlichen Leben – und dazu gehört auch der Schulunterricht – ein Grundrecht ist.“

Weiterlesen