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Die Grüne lippische Landtagsabgeordnete Manuela Grochowiak-Schmieding hat heute ihren sofortigen Austritt aus dem Landesjagdverband NRW erklärt. Das Austrittschreiben überreichte sie heute Herrn Müller-Schallenberg persönlich auf der Kundgebung, die heute vor dem Landtag vom den Jägern veranstaltet wurde.

Grochowiak-Schmieding erklärt: “Im Rahmen der Diskussionen um die Novellierung des Landesjagdgesetzes NRW erlebe ich – nicht nur, aber gerade auch in den letzten Tagen – einen Niedergang der Gesprächskultur innerhalb der Jägerschaft, der mir eine weitere Mitgliedschaft in diesem Verband unmöglich macht.

Es ist in höchstem Maße bedauerlich, dass diese Art der Auseinandersetzung durch das Präsidium des LJV angestachelt wird. Insbesondere die Herren Müller-Schallenberg und Dr. Thies, im Verbund mit dem Pressesprecher Herrn Schneider, erzeugen durch ihren demagogischen Populismus und offenbar auch ihre Desinformationspolitik nicht nur eine Atmosphäre der Unsachlichkeit, sondern des Hasses, der sich mittlerweile in ungezügelter Form Bahn bricht.

Ich bin nicht bereit, eine derartige Kampagne, wie sie der LJV zur Zeit führt, und deren Kosten mittlerweile in die Hunderttausende gehen dürften, weiterhin mitzutragen.

Der LJV hat eine große Chance vertan, Jagd und Jägerschaft modern und den gesellschaftlichen Gegebenheiten entsprechend auszurichten. Die gute und engagierte Arbeit Vieler in den Kreisjäger­schaften, mit dem Ziel, das Bild der Jägerschaft in der Öffentlichkeit positiv zu gestalten – ein Ziel, das auch ich in den letzten Jahren gerne unterstützt habe -, ist durch die Aktivitäten des LJV NRW zunichte gemacht worden. Das bedauere ich sehr.“

Interview mit der Neuen Westfälischen zur Novellierung des Jagdgesetzes.

Frau Grochowiak-Schmieding, Sie sind Landtagsabgeordnete der Grünen und Jägerin. Gibt es noch mehr Grüne bei Jägern?

MANUELA GROCHOWIAK-SCHMIEDING: Ja, und es gibt durchaus noch mehr Jäger bei den Grünen, allerdings nicht in der Landtagsfraktion.

Die Novellierung des Landesjagdgesetzes wird zum Teil heftig diskutiert. Sie sind auf der einen Seite Jägerin, auf der anderen Seite müssen Sie die Ziele der Grünen vertreten . . .

GROCHOWIAK-SCHMIEDING: Ja, das ist auch genau der Grund, weshalb ich gerne an diesen Beratungen teilgenommen habe. Seit ich hier im Landtag bin, arbeite ich an diesem Thema in den verschiedensten Geprächs- und Verhandlungsrunden mit. Aufgrund meiner Sach- und Fachkenntnis konnte ich dabei gute Argumente für oder gegen manche Entscheidungen oder Vorschläge einbringen.

Jäger verstehen sich von jeher als Heger und als Erhalter des Gleichgewichts zwischen Wildarten untereinander und zwischen Wild und Wald. Muss die Jägerschaft stärker reglementiert werden?

GROCHOWIAK-SCHMIEDING: Es geht nicht um Reglementierung. Es geht ganz einfach darum, dass sich in der Wildbiologie und in den Erkenntnissen der ökologischen Zusammenhänge einiges verändert hat in den vergangenen Jahrzehnten. Das und die gesellschaftlichen Anforderungen an die Jagd gilt es jetzt anzupassen. Wir sind gut beraten, alle gesellschaftlichen Gruppen anzuhören und deren Anforderungen und Bedarfe in ein neues Gesetz mit einfließen zu lassen.

Wäre es dann nicht auch wichtig, ein Hauptaugenmerk auf die Jägerausbildung zu legen und den garantierten Jagdschein nach einem dreiwöchigen Kursus zu unterbinden?

GROCHOWIAK-SCHMIEDING: Das liegt in der Verantwortung der Jagdverbände und der Kreisjägerschaften. Die meisten Kreisjägerschaften bieten die halbjährigen Kurse an, die ich persönlich auch bevorzuge, weil dann eine fundierte Ausbildung stattfinden kann. Das, was man dort lernt, kann man in drei Wochen nicht lernen. Das ist richtig.

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